Der FV Ravensburg hat sich mehr erhofft

Der Fußballoberligist FV Ravensburg war mit dem einen Punkt gegen Bahlingen nicht zufrieden. Schlechte Platzverhältnisse und die Stürmer sind nicht abgezockt genug.

von Philipp Dittmann

Fußball-Oberliga: „Das war kein schönes Spiel.“ Steffen Wohlfarth, der Kapitän der Ravensburger, sprach manchem Gast auf dem Nebenplatz des Ebra-Stadions aus der Seele. „Für die Zuschauer war es kein Leckerbissen“, ergänzte der Stürmer und traf den Nagel auf den Kopf.

Viele lange Bälle, einige Fouls, wenig Spielfluss – das torlose Unentschieden zwischen dem FV und dem Bahlinger SC spiegelte das Geschehen wieder, wobei den Hausherren kurz vor Schluss beinahe noch der Siegtreffer geglückt wäre. „Fußball ist kein Wunschkonzert“, stellte Ravensburgs Trainer Wolfram Eitel fest. Stattdessen ging es zwischendurch wohl um die Frage, wer den schönsten langen Ball spiele, wie Eitel später schmunzelnd sagte.

In Ordnung, aber nicht genug

Während Gäste-Trainer Milorad Pilipovics Elf „das Kämpferherz bewiesen“ hatte, war der Ausgang für sein Gegenüber ernüchternd. „Vier Punkte aus drei Spielen – das ist zu wenig.

Wir hätten uns mehr erhofft“, blickte Eitel auf die bisherigen Begegnungen in Pforzheim, Reutlingen und gegen Bahlingen zurück. „Heute war es in Ordnung“, fügte der Coach zwar an, genug war ihm dieser Punkt aber nicht wirklich.

Etwas deutlicher formulierte es Steffen Wohlfarth: „Wir haben in den Rückrundenspielen einen Punkt geholt“, erinnerte der Torjäger daran, dass es sich beim Pforzheim-Spiel um eine Nachholpartie handelte. Immerhin konnte er mit dem „Punkt gegen die spielerisch beste Team der Liga“ einigermaßen leben.

Es blieb die Frage, weshalb das Spiel nicht auf dem Kunstrasen des TSB, sondern auf dem Trainingsplatz des FV stattfand? „Hier ist unsere Heimat, hier wollen wir Fußball spielen“, entgegnete Eitel. Milorad Pilipovic „würde gerne einmal gegen den FV im Stadion bei besseren Bedingungen spielen“.

Das ist möglich. Die Chancen, dass beide Teams auch in der kommenden Saison in der Oberliga antreten, stehen recht gut. Um im Aufstiegskampf ein Wörtchen mitzusprechen, fehlt vor allem dem FV die Abgezocktheit vor dem Tor, um auch ein enges Spitzenspiel für sich zu entscheiden. Die Möglichkeiten dazu waren da. Insgesamt kamen auf dem holprigen Rasen wenige Ballstafetten zustande, die spielerische Komponente war deswegen nicht aufschlussreich.

„Unter den Platzbedingungen war es für beide Mannschaften schwierig“, erklärte Pilipovic, der „ein kampfbetontes Spiel“ gesehen hatte. „Uns war klar, dass es nur über den Kampf geht und der FV eine sehr robuste Mannschaft hat.“ Zumindest einer hatte nach eigener Aussage Freude an der Partie.

„Mir hat es Spaß gemacht“, meinte FV-Innenverteidiger Manuel Litz nach der Begegnung. Der zweikampfstarke Abwehrspieler freute sich, dass hinten die Null stand und er zudem zum Spieler des Tages gekürt worden war.

Oberliga, keine Bundesliga

Ansonsten haderten auch die Gastgeber einige Male mit dem Platz. „Der Ball ist in acht verschiedene Richtungen gesprungen“, meinte Steffen Wohlfarth. War es also doch auch eine Taktik, um die Stärke des Gegners nicht zur Entfaltung kommen zu lassen? „Nein“, erwidert der Kapitän. „Wir sind ja spielerisch auch gut und konnten unser Spiel auch nicht machen. Taktisch hat uns das nichts gebracht.“

Wohlfarth hat hingegen eine klare Einstellung: „Rasen ist immer besser als Kunstrasen.“ Etwas anders sahen es wohl manche Gäste-Akteure, wie Wohlfarth schildert. „Bahlingen hat sich permanent beschwert. Da habe ich erwidert: ‚Das ist die Oberliga. Wir sind nicht in der Bundesliga.‘“

Eine Gemeinsamkeit haben die beiden Spielklassen: In der Bundesliga gibt es ebenso ereignisarme Spiele wie das zwischen dem FV Ravensburg und dem Bahlinger SC. Einen fußballerischen Leckerbissen sehen die Zuschauer im Oberhaus des deutschen Fußballs auch nicht immer.

Quelle: www.suedkurier.de

  • Gelesen: 744

Impressum   |   Datenschutz   |   Kontakt

Copyright © 2018 FV 1893 Ravensburg e.V.