Di Leo stellt sich in den Dienst der Mannschaft

Trotz der Geburt seiner Tochter hat der Stürmer in der Fußball-Verbandsliga für den FV Ravensburg gespielt

Für Daniel Di Leo läuft es derzeit rund: Der Stürmer trifft regelmäßig für den FV Ravensburg und ist jüngst zum zweiten Mal Vater geworden. (Foto: Derek Schuh)

Von Thorsten Kern

RAVENSBURG „Es war für mich eine ganz schwierige Entscheidung.“ Daniel Di Leo hat sich letztlich für den Einsatz im Trikot des FV Ravensburg entschieden. Besser gesagt: Di Leos Frau Melanie hat entschieden. „Sie hat gesagt, ich soll mitfahren.“ Was ist passiert? Seit Wochen warteten der Stürmer des Fußball-Verbandsligisten und seine Frau auf die Geburt des zweiten Kindes. Im Training hatte Di Leo das Handy – unter Sportlern eigentlich eine Sünde – immer an und griffbereit am Spielfeldrand liegen.

Doch die Tochter ließ einige Tage auf sich warten. Bis Freitag. In der Nacht auf Samstag kam die kleine Lana auf die Welt. Die Freude war groß. Doch für Di Leo stellte sich auch die Frage, die sich die allermeisten Väter nach der Geburt stellen. Soll ich bei der Familie bleiben oder soll – besser: darf – ich dem Beruf/Hobby nachgehen? In Di Leos Fall hieß es: Soll der Stürmer mit dem FV Ravensburg zum wichtigen Verbandsligaspiel bei der SG Sonnenhof Großaspach II fahren? „Einerseits habe ich gedacht, ich muss mit, weil es um alles geht und die Mannschaft mich braucht“, sagt Di Leo, der für den Tabellenzweiten bereits 19 Saisontoren erzielt hat. „Aber eigentlich wollte ich meine Familie nicht im Stich lassen.“

Weil Melanie für ihren Mann entschied, konnte dieser sich auf den Fußball und das Ziel, den Aufstieg in die Oberliga konzentrieren. Aber geht das als Vater einer ein Tag alten Tochter überhaupt? „Das kann ich. Sobald ich auf dem Platz stehe, konzentriere ich mich nur auf Fußball.“ Mit Di Leo hatte der FV auch Erfolg. Nach dem 3:2-Sieg in Großaspach ist der Oberligaaufstieg weiter möglich. Nach der Partie ging es für Di Leo so schnell wie möglich zurück. Zurück zu Tochter Lana, Frau Melanie – und natürlich zu seinem zwei Jahre alten Sohn Noel . „Es ist alles gut.“

Alles gut ist derzeit auch beim FV. Zwei Spieltage vor dem Saisonende liegt Ravensburg punktgleich mit Spitzenreiter Heidenheim II auf Rang zwei. Der Dritte, der 1. Göppinger SV, liegt bereits sechs Zähler dahinter. Heißt: Wenn der FV am Samstag im Heimspiel gegen den 1. FC Frickenhausen (15.30 Uhr) mindestens einen Punkt holt, ist zumindest die Aufstiegsrelegation gesichert.

Auf dieses Spiel arbeiten die FV-Fußballer unter der Woche hin. Am Montagabend ging es auf Anordnung des Trainers Marco Konrad in die Sauna der Meersburger Therme. „Da gehen alle hin“, sagt Di Leo. Wirklich alle? „Nein, ich nicht, ich bleibe zu Hause.“ Das hat sich die Familie des Stürmers auch verdient. Am Dienstag, Donnerstag und Freitag steht beim FV ganz normales Training an – mit Di Leo.

Quelle: www.schwaebische.de

 

 

  • Erstellt am .
  • Gelesen: 1650

Impressum   |   Datenschutz   |   Kontakt

Copyright © 2019 FV 1893 Ravensburg e.V.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok