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In der Verteidigung ist der FV noch auf der Suche

Veröffentlicht in 1. Mannschaft

Ein Allrounder soll zum Fußball-Oberligisten Ravensburg stoßen – Klares Leistungsprinzip – Neuer Torwart

Philipp Pless, hier im Trikot des VfR Aalen, kämpft in der neuen Saison mit Dominik Buss um den Platz im Tor des FV Ravensburg. (Foto: Thomas Siedler (Archiv))

Ravensburg tk | Noch sind die Fußballer des FV Ravensburg in der Sommerpause. Am 4. Juli startet der Oberligist mit seinem neuen Trainer Wolfram Eitel in die Vorbereitungen auf die Saison 2014/15. Bis dahin könnten noch zwei neue Spieler zum FV stoßen. Klar macht der Trainer, dass er streng nach Leistung – und nicht nach Namen – aufstellen will.

In der abgelaufenen Saison galten Spieler wie Kapitän Ralf Heimgartner, der Winterzugang Daniel Hörtkorn sowie Sebastian Mähr und Jascha Fiesel in der Abwehr als gesetzte Größen. Dass dies in der neuen Saison auch so sein könnte, bestreitet Eitel nicht. Aber der neue Trainer des FV, der vom 1. FC Heidenheim II nach Ravensburg kommt, sagt auch: „Das Leistungsprinzip soll für alle gelten.“

Der Kader für die erste Mannschaft soll rund 20 Spieler umfassen – noch unklar ist, wie schnell und ob die verletzten Sebastian Reiner und Christian Barth fit werden. Jonas und Niklas Klawitter etwa, die in der vergangenen Saison zum Kader der ersten Mannschaft gehörten, zumeist aber in der U 23 in der Landesliga eingesetzt wurden, zählen in der neuen Saison zum festen Stamm der U 23. „Jeder Spieler aus der zweiten Mannschaft hat aber die Chance, sich für die erste Mannschaft zu empfehlen“, versichert Eitel. Auch die U 19 will Eitel immer im Blick haben. „Jeder darf sich in den fünfeinhalb Wochen der Vorbereitung empfehlen und aufdrängen.“

Auf der Torwartposition gibt es einen Zweikampf zwischen dem Stammkeeper der abgelaufenen Saison, Dominik Buss, und dem neuen Torwart Philipp Pless. Der 23-Jährige kommt – wie der neue Trainer – vom 1. FC Heidenheim. Dort stand Pless in der vergangenen Saison in der U23 in der Oberliga zwischen den Pfosten. Bevor Pless 2012 nach Heidenheim kam, versuchte er sich beim VfR Aalen durchzusetzen. „Es ist wichtig“, sagt Ravensburgs Sportlicher Leiter Peter Mörth, „dass wir nach dem Dilemma in der Vorsaison bei den Torhütern gut aufgestellt sind.“ Weil sich Buss und Manuel Herrmann verletzt hatten, stand der FV in der Vorsaison kurzzeitig ohne Torhüter da. Nun stehen beim FV Buss, Pless , Hasan Elgün, Julian Hinkel (aus Amtzell) und Clemens Frey für die Oberliga und die Landesliga zur Verfügung. „Jetzt sind wir da gut bestückt“, sagt Mörth.

Pless zieht nach Ravensburg, wird halbtags arbeiten, den Fokus aber auf den Sport legen. „Ich gehe den Schritt nach Ravensburg, um der Mannschaft zu helfen, um die Nummer eins zu werden und um mich weiterzuentwickeln“, sagt Pless. „Ich will mich für höhere Aufgaben empfehlen.“ Als Hauptgrund für den Wechsel nennt der 23-Jährige ganz klar den Trainer. „Unter ihm können wir fast profimäßig trainieren.“

Als Gerücht gehandelt wird auch Nicolas Jann vom FC Wangen. Dort wurde der Allrounder bereits als sicherer Abgang bezeichnet. Eitel sagt nur: „Jann ist ein interessanter Spieler, der sich toll entwickelt hat.“ Die Gespräche zwischen Jann und dem FV seien weit fortgeschritten, von einer Einigung könne man aber noch nicht sprechen. „Wir sind aber guter Dinge“, sagt Eitel, „dass der eine oder andere und zusagt. Wir sind als Oberligist auch interessant für einige Spieler.“ Mörth wollte am Dienstag keine Namen nennen, im Laufe des Tages „bekomme ich aber hoffentlich von einem Spieler eine Zusage“.

Vor allem in der Defensive sieht der neue Trainer Handlungsbedarf. „Da haben wir noch Optionen offen.“ In der Offensive dagegen seien die Positionen „in ausreichender Qualität“ vorhanden. Omar Jatta, der nach zwei mehr oder weniger glücklosen Jahren bei den Stuttgarter Kickers nach Ravensburg zurückkehrt, soll wie in der Saison 2010/11 für Tore sorgen. „Jatta ist ein adäquater Ersatz für Daniel Di Leo“, ist sich Eitel sicher. Di Leo zog es bekanntlich zum VfB Friedrichshafen zurück. Auch Sime Kresovic und Moritz Fäßler haben den Verein verlassen.

Kresovic, der sich in der Oberligamannschaft nicht durchsetzen konnte, wechselt nach Bad Dürrheim in die Verbandsliga Südbaden. „Er wäre bei uns einer für die U 23 gewesen“, sagt Eitel. „Er hat sich dann entschieden, den Verein zu verlassen.“ Mit Fäßler hätte der FV gerne verlängert. Dem Defensivspieler lag ein neues und laut Eitel verbessertes Angebot des Vereins vor. Fäßler sagte den Ravensburgern jedoch ab und spielt künftig beim Lokalrivalen TSV Berg in der Verbandsliga.

Drei Abgängen steht also bislang nur ein Zugang gegenüber. „So große Veränderungen wird es bei uns auch nicht geben“, sagt Eitel. „Aber ein bisschen frisches Blut wollen wir reinbekommen.“ Zum Trainerteam gehört weiterhin Jürgen Kopfsguter. Der ehemalige Cheftrainer des FC Wangen wird auch in der Oberligasaison 2014/15 Co-Trainer des FV sein.

Quelle: www.schwaebische.de